Abschlussprüfung für Mediengestalter*innen

Im Ausbildungsberuf Mediengestalter*in Digital und Print gibt es zwar kein spezielles Prüfungsfach Mathematik oder Fachrechnen. Mathe kommt trotzdem in der Abschlussprüfung dran, denn die schriftlichen Prüfungsbereiche Konzeption und Gestaltung sowie Medienproduktion enthalten einige Aufgabenstellungen, die rechnerisch zu lösen sind. Es gibt allerdings keine feste Vorgabe oder Regelung, wie viele Matheaufgaben es jeweils sein müssen. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre dürfte der Anteil der Aufgaben mit rechnerischen Inhalten in den Prüfungsbereichen Konzeption und Gestaltung sowie Medienproduktion bei etwa 20 % gelegen haben.

In den Prüfungsbereichen Konzeption und Gestaltung sowie Medienproduktion werden jeweils zwölf Aufgaben gestellt, von denen zehn zu bearbeiten sind. Der Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien (ZFA) veröffentlicht sechs bis acht Wochen vor der Prüfung Stichwörter zu den Themengebieten der Aufgaben.

Lösungswege

Beachten Sie bitte bei der Bearbeitung von Rechenaufgaben, dass es nicht nur auf richtige Ergebnisse ankommt, sondern auch auf korrekte und vollständige Lösungswege einschließlich Zwischenergebnisse und ggf. Nebenrechnungen. Ergebnisse ohne Lösungsweg werden in Prüfungen mit Null Punkten bewertet!

Normgerechte Präfixe für Bit- und Byte-Vielfache

Seit Sommer 2019 werden in Prüfungsaufgaben ausschließlich normgerechte Präfixe für dezimale und binäre Vielfache von Bit und Byte werwendet. Kilo (k), Mega (M) und Giga (G) stehen für 103 = 1000, 106 = 1 000 000 bzw. 109 = 1 000 000 000. Die Präfixe Kibi (Ki), Mebi (Mi) und Gibi (Gi) stehen für 210 = 1024, 220 = 10242 = 1 048 576 bzw. 230 = 10243 = 1 073 741 824.
Mehr Info dazu: Druck- und Medien-ABC des ZFA, Heft 65 (November 2018), Seite 22–23

Weitere Hinweise, Tipps und aktuelle Infos zur Abschlussprüfung für Mediengestalter*innen finden Sie auf der Website zu meinem Buch Prüfungstraining Mediengestaltung.


Übungsaufgaben zur Abschlussprüfung im Mai 2021

Die Stichwörter zu den Themengebieten der kommenden Abschlussprüfung stehen auf der Website des ZFA.

Dieses Mal sind nicht allzu viele »matheverdächtige« Themen dabei. Im Folgenden einige Übungsaufgaben, die dazu passen sollten. Wie immer natürlich ohne Gewähr und Garantie, dass ich mit meinen Vermutungen richtig liege. Der Link zu den Lösungen steht ganz unten auf dieser Seite.

Kapazitätsplanung

Konzeption und Gestaltung, alle Fachrichtungen

Hier dürfte es um Berechnungen von Plankapazität, Beschäftigungs- und Nutzungsgrad gehen.

1  Zur Kapazitätsberechnung liegen Ihnen folgende Daten vor:
365 Kalendertage
104 Samstage und Sonntage
9 arbeitsfreie Feiertage
30 Urlaubstage
10 Krankheitstage
7 Stunden Normalarbeitszeit pro Tag
Berechnen Sie bitte:
a)  Arbeitsplatzkapazität in Stunden
b)  Plankapazität (Planbeschäftigung) in Stunden
c)  Planbeschäftigungsgrad

2  Berechnen Sie bitte
a)  Personalkapazität (Mannkapazität) in Stunden
b)  Plankapazität in Stunden
c)  Planbeschäftigungsgrad
nach folgenden Daten:
Arbeitsplatzkapazität: 2008 Stunden
Abwesenheitszeiten (Urlaub, Krankheit, sonstige): 42 Tage
80 Überstunden
12 Tage Springereinsatz
Normalarbeitszeit 8 Stunden pro Tag

3  Berechnen Sie bitte Plankapazität in Stunden und Planbeschäftigungsgrad für dreischichtige Auslastung nach diesen Angaben:
Arbeitsplatzkapazität 1757 Stunden
41 Abwesenheitstage
Normalarbeitszeit 7 Stunden pro Tag

4  Bitte jeweils Planbeschäftigungsgrad und Plannutzungsgrad berechnen. Die Arbeitsplatzkapazität beträgt in beiden Fällen 1764 Stunden.
a)  Plankapazität 1463 Stunden, Planfertigungszeit 1240 Stunden
b)  Plankapazität 3154 Stunden, Planfertigungszeit 2586 Stunden

5  Bitte jeweils Plankapazität und Planfertigungszeit in Stunden berechnen. Die Arbeitsplatzkapazität beträgt in beiden Fällen 1890 Stunden.
a)  Planbeschäftigungsgrad 83 %, Plannutzungsgrad 90 %
b)  Planbeschäftigungsgrad 168 %, Plannutzungsgrad 82 %

Layoutberechnung

Medienproduktion, Fachrichtung Gestaltung und Technik, Print

Klare Ansage, hier geht es um Berechnungen im Zusammenhang mit Layouts. Da dieses Stichwort für den Schwerpunkt Print gilt, dürfte es sich um Print-Layouts handeln.

6  Der 102 mm breite und 168 mm hohe Satzspiegel soll so auf der Buchseite im Format 130 mm × 210 mm platziert werden, dass die Breiten bzw. Höhen der Ränder jeweils im Verhältnis 3 : 4 zueinander stehen. Bitte Breiten bzw. Höhen aller vier Ränder berechnen.

7  Eine Zeitungsseite hat das Format 315 mm × 470 mm. Welche Spaltenbreite ergibt sich bei sechsspaltigem Umbruch, wenn die seitlichen Ränder jeweils 20 mm und die Spaltenabstände jeweils 4 mm breit sind?

8  Das Gestaltungsraster einer Zeitschrift im Format A4 ist aus zwölf Spalten mit je 11,0 mm Breite und 4,5 mm breiten Abständen aufgebaut.
a)  Bitte die Breite des Satzspiegels berechnen.
b)  Welche Breiten haben seitlichen Ränder, wenn sie im Verhältnis 2 : 3 zueinander stehen?
c)  Welche Höhe hat der Satzspiegel, wenn er dasselbe Seitenverhältnis wie die A4-Seite hat?

9  Der hochformatige Satzspiegel hat eine Höhe von 212 mm.
a)  Welche auf ganze Millimeter gerundete Breite ergibt sich beim Seitenverhältnis des goldenen Schnitts?
a)  Welche Spaltenbreite ergibt sich bei dreispaltigem Umbruch mit 4 mm Spaltenabstand?

10  Die Seiten eines Katalogs haben das Format 210 mm × 280 mm. Die seitlichen Ränder links und rechts vom Satzspiegel sind 12 mm und 16 mm breit. Der Satzspiegel ist in sechs mal acht gleich große quadratische Zellen mit 4 mm breiten bzw. hohen Abständen aufgeteilt.
a)  Welche Seitenlänge hat ein einzelnes Quadrat?
b)  Welche Höhe hat der Satzspiegel?

11  Das Gestaltungsraster für den 174 mm breiten Satzspiegel ist aus sieben mal sieben gleich großen Zellen mit dem Seitenverhältnis 3 : 4 aufgebaut, die horizontalen und vertikalen Abstände betragen jeweils 4,5 mm.
a)  Bitte Breite und Höhe einer Zelle berechnen.
b)  Welche Höhe hat der Satzspiegel?

Screenlayout

Medienproduktion, Fachrichtung Konzeption und Visualisierung

Ob es hier etwas zu rechnen gibt? Unklar, aber immerhin möglich. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, sollten Sie sich die Aufgaben 12 bis 15 ansehen.

Screenlayout-Berechnung

Medienproduktion, Fachrichtung Gestaltung und Technik, Digital

Klare Ansage, hier wird gerechnet.

12  Das 960 Pixel breite Gestaltungsraster einer Webseite ist aus sechs gleich breiten Spalten aufgebaut. Die Außenränder links und rechts sowie die Spaltenabstände sind jeweils 12 Pixel breit.
a)  Berechnen Sie bitte die Spaltenbreite.
b)  Berechnen Sie bitte die Breite eines dreispaltigen Bilds.

13  Das 1200 Pixel breite Gestaltungsraster einer Webseite ist aus 12 Spalten mit jeweils 80 Pixel Breite sowie jeweils 32 Pixel breiten Rändern links und rechts aufgebaut.
a)  Bitte den Spaltenabstand berechnen.
b)  Berechnen Sie bitte die Breiten eines sechsspaltigen Textblocks und eines vierspaltigen Bilds.
c)  Geben Sie die Gesamtbreite des Gestaltungsrasters (ohne Ränder) sowie die Breiten des sechspaltigen Textblocks und des vierspaltigen Bilds bitte in der Einheit rem an. Gehen Sie dabei von der Annahme aus, dass die für das HTML-Wurzelelement geltende Schriftgröße 16 Pixel beträgt.

14  Das Layout einer Webseite ist horizontal im Verhältnis 1 : 5 : 2 in Navigations-, Content- und Servicebereich aufgeteilt.
a)  Welche Breiten ergeben sich für die drei Bereiche, wenn die Seite in einer Gesamtbreite von 1080 Pixeln dargestellt wird?
b)  Geben Sie die drei Breiten bitte in Prozent der Gesamtbreite an.

15  Eine Webseite ist horizontal im Verhältnis 1 : 5 : 13 : 1 in linken Rand, Navigationsbereich, Contentbereich und rechten Rand aufgeteilt.
a)  Welche Breiten haben Navigations- und Contentbereich, wenn die Gesamtbreite 960 Pixel beträgt?
b)  Geben Sie die Randbreiten bitte in Prozent der Gesamtbreite an.

Ton im Film

Medienproduktion, Fachrichtung Gestaltung und Technik, Digital

Hier bin ich ziemlich unsicher. Eine Berechnung von Datenrate oder Datenmenge erscheint aber zumindest denkbar. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, sollten Sie die folgenden Übungsaufgaben durcharbeiten.

16  Ein vertontes Video hat die Framegröße 1920 × 1080 Pixel, 25 Frames pro Sekunde, Datentiefe 24 Bit. Der Ton wurde mit der Sampling-Frequenz 48000 Hz, Stereo, 16 Bit pro Kanal, aufgezeichnet.
a)  Berechnen Sie bitte die Datenrate für das unkomprimierte Video einschließlich Ton in Megabit pro Sekunde.
b)  Welche Datenrate in Kilobit pro Sekunde ergibt sich, wenn die Aufzeichnung mit den Raten 120 : 1 (Video) bzw. 8 : 1 (Audio) komprimiert wird?

17  Bitte die Datenmengen der vertonten Videos berechnen. Geben sie die Lösungen bitte sowohl in Megabyte als auch in Mebibyten an.
a)  Video-Datenrate 6912 kbit/s, Audio-Datenrate 192 kbit/s, Abspieldauer 750 Sekunden
b)  Video-Datenrate 27 Mbit/s, Audio-Datenrate 768 kbit/s, Abspieldauer 48 Minuten

18  Bitte jeweils die Datenmenge des vertonten Video in Megabyte berechnen.
a)  Video: 1280 × 720 Pixel, 50 fps, Kompressionsrate 160 : 1, Datentiefe 24 Bit
Audio: 48000 Hz, Stereo, 16 Bit pro Kanal, Kompressionsrate 8 : 1
Abspieldauer: 12 Minuten
b)  Video: 1920 × 1080 Pixel, 30 fps, 24 Bit, Kompressionsfaktor 1 : 120
Audio: 48 kHz, Surround-Sound 5.1 (6 Kanäle), 24 Bit pro Kanal, Kompressionsfaktor 1 : 6
Abspieldauer: 30 Minuten

Lösungen

Korrigierte Fassung (2021-03-28) – fehlerhafte Lösung zu Aufgabe 15 ist korrigiert. Nochmal herzlichen Dank für den Hinweis.

Falls ich mich noch irgendwo verrechnet oder vertippt haben sollte, senden Sie mir bitte eine kurze Nachricht. Meine Mail-Adresse finden Sie im Impressum.


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